La lucha sigue. El caso Ayotzinapa

Der Kampf geht weiter. Der Fall Ayotzinapa

Dokumentarfilm

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Ich habe ein Jahr in Mexiko gelebt und mich dort mit vielen Fällen von Menschenrechtsverletzungen beschäftigt. Die 43 Studenten von Ayotzinapa wurden von der Polizei festgenommen und gelten seither als verschwunden. Zu diesem Zeitpunkt waren sie 18 bis 20 Jahre alt. Der Fall Ayotzinapa ließ mich nicht mehr los. Wie ist es möglich, dass 43 junge Männer durch das Mitwirken der Polizei und in Anwesenheit des Militärs verschwinden? Woher nehmen ihre Eltern die unermüdliche Kraft für Demonstrationen, Interviews, Pressetermine - angesichts einer korrupten Regierung und nahezu aussichtslosen Situation? Mit diesem Film habe ich gelernt, dass Mexiko viel mehr ist als Straflosigkeit, Korruption und Gewalt. Mexiko ist Stärke, Solidarität und Mut. 

Im September 2014 verschwanden 43 Studenten. Kurz zuvor wurden sie von der Polizei in Iguala, Mexiko, festgenommen. Den Eltern der Verschwundenen wurde mitgeteilt, dass ihre Söhne tot seien, von Drogenhändlern ermordet und verbrannt auf einer Mülllippe. So lautete die offizielle Version der Regierung - doch die Eltern glaubten diese nicht. Mithilfe internationaler Organisationen und Druck durch die Öffentlichkeit konnten sie beweisen, dass die mexikanische Regierung sie, das mexikanische Volk und die Welt belog. 

 

Nach mittlerweile 6 Jahren haben die Frauen und Männer die Suche nach ihren Söhnen nicht aufgegeben. Jeden Monat demonstrieren sie in Mexiko-Stadt. Sie tun alles, um dafür zu sorgen, dass der Fall Ayotzinapa nicht vergessen wird. 98% der Verbrechen in Mexiko bleiben unaufgeklärt.  Die Zahl 43 und der Ortsname Ayotzinapa stehen für den Kampf gegen einen Riesen namens mexikanische Korruption.

"Der Film hat mein Herz berührt. Eine traurige Geschichte und ein Aufschrei für Menschenrechte und Gerechtigkeit!"

"Ein außergewöhnlicher und guter Film. Er lässt einen das schwierige Thema hautnah erleben."

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Das Verschwinden der 43 Studenten

Im September 2014 übernahm eine Gruppe von Studenten der Normalschule Ayotzinapa Busse in der Stadt Iguala. Mit diesen gekidnappten Bussen wollten sie Protestaktivitäten durchführen - eine Praxis, die unter den Studenten durchaus üblich war. Die Normalschulen Mexikos, wie auch die in Ayotzinapa, bilden Lehrer*innen für ländliche Regionen aus und haben eine Tradition des politischen Aktivismus. 

An jenem Abend des 26. September wurden die illegal besetzten Busse von der Polizei und Mitgliedern des organisierten Verbrechens angehalten - und mit Waffengewalt angegriffen. Sechs Menschen starben, 40 wurden verletzt. Die Polizei verhaftete 43 Studenten, die seitdem verschwunden sind. Die Angriffe und die Verhaftung der jungen Männer wurden u.a. von Mitgliedern des Militärs beobachtet - im Anschluss an diese Nacht standen sie nicht als Zeugen zur Verfügung. Auch Jahre später ist noch unklar, was genau mit den 43 Studenten in jener Nacht passiert ist. 

Der offiziellen Erklärung der mexikanischen Regierung zufolge, wurden alle Studenten von Mitgliedern eines Drogenkartells getötet. Danach sollen ihre Leichen auf einer Müllkippe verbrannt worden sein. Durch die Ermittlungen unabhängiger Expert*innen ließ sich beweisen, dass es sich bei dieser Version nicht um die Wahrheit handeln kann. Der seit 2018 amtierende Präsident Andrés Manuel López Obrador zeigt sich im Vergleich zu seinem Vorgänger Enrique Peña Nieto bemüht, den Fall Ayotzinapa aufzuklären. Bis heute (Oktober 2020) konnte anhand von Knochenresten der Tod von zwei Studenten nachgewiesen werden. Der Aufenthaltsort, ob tot oder lebendig, der anderen 41 Männer ist nicht geklärt. Es wurden über 100 Personen verhört, darunter Mitglieder des Drogenkartells und der Polizei. Verurteilt wurde niemand. Erst nach sechs Jahren nach dem Verschwinden der Studenten ergingen Haftbefehle gegen Mitglieder des Militärs. 

 

Der Film

Der Dokumentarfilm begleitet die Eltern am 3. Jahrestag des Verschwindens zur jährlichen Demonstration in Mexiko-Stadt. Tausende von Menschen unterstützen die Bewegung und fordern Gerechtigkeit für die 43 Studenten - und die mehr als 61.000 verschwundene Menschen in Mexiko (Januar 2020). Für viele der Eltern der 43 Studenten ist der politische Aktivismus zum Alltag geworden. 

Zwei Studenten, die den Angriff vom 26. September 2014 überlebten, beschreiben die Ereignisse und versichern ihren unbeugsamen Willen zum politischen Handeln. Zwei Mütter erzählen die Geschichten ihrer Söhne. Sie glauben, dass sie noch am Leben sind - nur mit Beweisen werden sie ihren Tod hinnehmen. 

"La lucha sigue. El caso Ayotzinapa" | „Der Kampf geht weiter. Der Fall Ayotzinapa“ ist ein Schrei nach Gerechtigkeit. Er trägt die Stimmen der Eltern und der überlebenden Studenten. Expert*innen über die Menschenrechtslage in Mexiko stützen ihre Worte. In 21 Minuten klärt der Dokumentarfilm auf über einen Fall unvorstellbarer Ungerechtigkeit. Er nimmt die Zuschauer*innen mit in die mexikanische Realität aus Gewalt, Loyalität und Liebe.

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Ein Film von Vanessa Juercke

Länge: 21 Minuten

Regie: Vanessa Juercke

Kamera: Karl Byrnison

Schnitt: Horacio Romo Mercado, Vinzenz Lehnert

Ton: Peter Weinsheimer

Mit: Cristina Bautista Salvador, Emiliano Navarrete, Santiago Aguirre Espinosa, Ángela María Buitrago Ruiz, Mario César, González Contreras, Sebastián Martinez García, Andrez Martínez Rodríguez, Macedonia Torres Romero

Festivals

Award Winner Documentary Short Film | Maracay International Film & Video Festival 2020

Award Winner Documentary Short Film | Bridge Fest 2020

Official Selection Best Short Film Documentary | Respect Belfast Human Rights Film Festival 2019

Official Selection Documentary Short | Great Lakes International Film Festival, Pennsylvania USA 2018

Official Selection and Top 5 Best Films | Lift-Off First Time Filmmakers Showcase Online 2018

2 Screenings at Globale Film Festival Berlin 2018